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Klinge und Devise

Klinge und Devise

 

 

 

 

Die Klinge, die wie Anfangs schon beschrieben ein Zukaufteil war wurde im Gesenk geschmiedet.

 

Die Gesenke sind -einfach ausgedrückt- die Negativformen der Klingen. Die Klingenbecke (der rohe Stahl, aus dem die Klinge geschmiedet wird) werden auf Schmiedehitze gebracht und unter dem Fallhammer in 3 bis 4 Schlägen in das Gesenk geschlagen.

 

 

 

Image

 

 

Bei verschiedenen Herstellern wurde eine Markierung / Lieferantenkennzeichen, die so genannte Schmiedemarke mit in die Klingenangel  eingeschmiedet.

 

 

 

 

Arbeiter an den Gesenkschmieden

 

 

Nach diesem Schmiedeprozess wurden die Klingenrohlinge dem Schwertfeger übergeben wo sie dann entgratet und geschliffen wurden.

Hier werden die Klingen geschliffen

Abmasse einer SA-Dolchklinge

 

 

 

 Der Feinschliff der Klinge wird in Solingen "Pließten" genannt. Hierbei wird der Stahl in vielen Durchgängen Stück für Stück unter dem Einsatz von Schmiergelleder mit einer Körnung von 180 bis 320 sehr fein geschliffen.

 

 

 

 Eine gepließtete Klinge erkennt man daran, dass  bei einem gewissen Lichteinfall auf die Klinge feine Streifen in Querrichtung, die so gennanten  Pließtspuren oder wie es die Amerikaner nennen  Crossgraining   zu sehen sind.

 

Wurde die Klinge gereinigt sind diese Spuren nicht mehr zu sehen.

 

 

 

 

 

 

Feine Pliestspuren an einer Klinge des Herstellers Arthur Wingen ( Chromolit )

 

 

Devise " Alles für Deutschland ".

 

 

 

Die Devise wurde mittels einer Ätzschablone, die den Rest der Klinge abdeckte, mittig auf der Vorderseite angebracht, indem die Klinge auf eine bestimmte Zeit ins Säurebad verbracht wurde.

Die Farbe der Devisenschwärzung und die Ätztiefe ist abhängig von der Stahlsorte der Klinge, der Einwirkdauer im Säurebad sowie der Konsistenz der Säure.

Die Farbe reicht von hellgrau bis tiefschwarz.

In einer Publikation die ich hier aus urheberechtlichen Gründen nicht nennen darf wird geschrieben, dass es keine Devisen mit Bläschenbildung  gegeben hätte.

Das ist absoluter Quatsch, es ist immer wieder an 100% orginalen Dolchen zu beobachten, dass genau diese Bläschenbildung bei bestimmten Herstellern wie z.B. August Bickel oder Gebr. Heller gelegentlich  vorkommt.

An dieser Stelle möchte ich einen langjährigen und sehr erfahrenen Sammler zitieren

 

 

 

"Diese "Pünktchen" kommen bei den verschiedensten Herstellern vor (und bei gleichen Dolchen von selben Herstellern auch wieder nicht) und hängen angeblich mit der Qualität des verwendeten Stahls und/oder der Zusammensetzung der jeweiligen Ätzsäure zusammen. Völlig bedenkenlos! "Ausgemahlte" bzw. fabriksmäßig nachträglich geschwärzte Devisen und Logos habe ich schon oftmals an Stücken, die noch nie in Sammlerhänden gewesen sind, beobachten können. diese hat es zweifelsfrei gegeben. Das nachträgliche Schwärzen wurde wohl mit Graphit, Druckerschwärze o.Ä durchgeführt. Durch Ölen und "Reinigen" der Klinge ist diese nachträglich, zeitgenössisch und fabriksmäßig aufgebrachte Schwärzung oftmals verloren gegangen und darum sieht man sie heute kaum noch auf Stücken. Auch haben manche "Sammler", in Unkenntnis, diese bewußt beim "Säubern" entfernt.
Lediglich bei deutlich aus-lackierten Devisen (schwarzer Glanz- oder Mattlack) sollte man vorsichtig sein, das konnte ich bei Originalen noch nicht beobachten und wird dies heute gerne von Dolch "Restaurierern" - hier wiederum gerne in Übersee, durchgeführt um den "mint" Eindruck herbeizurufen."

 

 

Unterschiedliche Schreibweise und Dicke der Buchstaben, sowie unterschiedlicher Hintergrund der geätzten Devise.

Hier die Bläschenbildung an einem August Bickel SA Dolch

Beispiel einer sehr dunklen Devisenhinterlegung

Hier die Bläschenbildung an einem SA Dolch F.ED. Ohliger , Sammlung : Gloesche

 


 

 

 

 

 

Auch gab es Unterschiede bei der Ausführung der Buchstaben, schmale / breitere, geschwungene/ weniger geschwungene.

Selbst die Abstände der Devise zur unteren Parierstange variieren  an den von mir gemessenen Dolchen zwischen 24,52mm bis 44,6mm.

 

 Durch unterschiedliche Anbringung der Ätzschablone, entstehen unterschiedliche Abstände zur Parierstange.